10 Jahre elhana: Das waren unsere Meilensteine in 2016

elhana-Freiwillige Tina mit ihrem Patenkind

Das aktuelle Jahr ist zwar schon einen Monat alt, trotzdem wollen wir noch einen Blick zurück auf 2016 werfen. Denn das vergangene Jahr war für elhana ein ganz besonderes: Unser Projekt hat bereits seinen zehnten Geburtstag gefeiert. Das Jubiläumsjahr war aber auch deshalb ein bedeutsames, weil wir so viele spannende Erfahrungen machen, uns und unser Projekt weiterentwickeln und damit tolle Erfolge verbuchen konnten.

Unsere Schützlinge starten durch

Wie wichtig und wirksam unser Projekt ist, sehen wir vor allem an der Entwicklung unserer Schüler*innen, die wir schon seit mehreren Jahren begleiten. Für einige unserer Schützlinge war 2016 ein besonders prägendes und wichtiges Jahr.

Da gibt es Fatma, die – entgegen der Einschätzung ihrer Lehrer – im Frühjahr erfolgreich ihren Mittleren Schulabschluss (MSA) geschafft hat. Dabei geholfen haben nicht zuletzt die intensiven Lern-Sessions mit ihrer Lernpatin Teresa Sperber. Nun verfolgt die 16-Jährige ihren Weg weiter auf einem OSZ – um ihr Abitur zu machen.

Auch Wassim wird seit mehreren Jahren von unseren Lernpat*innen unterstützt. Ursprünglich kam er zu elhana, um sich Unterstützung bei der Vorbereitung für seinen MSA zu holen. Den schaffte er auch – und ging im Anschluss auf ein OSZ, wo er im letzten Jahr sein Fachabitur ablegte. Geholfen dabei hat ihm unter anderem Lernpatin Lara Hewitt, die ihn zumindest ein bisschen davon überzeugen konnte, dass Englisch nicht das schlimmste aller Schulfächer ist. Mathe kann er jetzt auch. Und Wassim geht seinen Weg weiter: In diesem Jahr will der 20-Jährige die Allgemeine Hochschulreife erreichen, um dann studieren zu können – vielleicht sogar sein ehemaliges Schreckensfach Mathematik.

elhana begleitet Fatma und Wassim seit Jahren – inzwischen sind die beiden junge Erwachsene.

Wie Wassim steckt auch Céline gerade mitten in der Prüfungsphase zum Abitur. 2016 hat sie ein Schülerstipendium der Joachim Herz Stiftung und der Robert Bosch Stiftung erhalten. Das freut uns besonders, da viele Schüler*innen von solchen Möglichkeiten nichts erfahren und Ermutigung brauchen, um sich zu bewerben. Die lange Begleitung durch Célines Lernpatin Linda Pelchat trägt einen großen Anteil daran, dass das alles so gut geklappt hat. Für die Zeit nach dem Abitur hat Céline auch schon konkrete Pläne: Sie möchte ein freiwilliges soziales Jahr absolvieren und dann ein Studium beginnen.

Nachdem Ali bei elhana ein Praktikum gemacht und sich anschließend in einem Heim für Behinderte engagiert hat, schaffte er die Aufnahme am Berlin Kolleg, absolvierte den Vorbereitungskurs mit glänzenden Ergebnissen und bereitet sich nun auf das Abitur vor. Zwar kann er Mathe noch immer nicht leiden, dafür ist sein Englisch brillant und er kann stolz auf viele gute Noten sein. Zudem hat Ali sich erfolgreich um ein Schülerstipendium der Hans-Böckler-Stiftung beworben, wobei das elhana-Team ihn gerne unterstützt hat – wir drücken die Daumen!

Großer Dank an all die Engagierten

Ohne den Einsatz und die Hingabe unserer Lernpat*innen wäre all das so nicht möglich gewesen. Es ist schön zu erleben, wie viele Menschen sich gerne engagieren möchten. Im Laufe des letzten Jahres konnte elhana 20 neue Lernpatenschaften vermitteln. Die Zahl der aktiven Patenschaften pendelt zwischen 40 und 45. Wir wollen 2017 weiter wachsen, um noch mehr Kindern und Jugendlichen eine Lernpatenschaft und damit bessere Zukunftschancen zu ermöglichen. Wir gehen es aber behutsam an, denn es ist uns sehr wichtig, die Freiwilligen dabei angemessen zu betreuen und uns zugleich inhaltlich und organisatorisch stetig weiterzuentwickeln. Ein besonderes Anliegen ist für uns dabei, dass wir die Erfahrungen auswerten, die unsere Patenkinder, unsere Lernpat*innen und die Familien machen, um daraus zu lernen.

Seit 2016 haben wir offiziell unseren Wirkungskreis erweitert und vermitteln nun nicht nur Lernpatenschaften an Grundschulkinder, sondern kümmern uns auch um Schüler*innen weiterführender Schulen. Denn besonders in der Zeit des Übergangs von der Grund- zur weiterführenden Schule brauchen Kinder bzw. Jugendliche viel Förderung und Rückhalt. Da die Komplexität des Unterrichtsstoffs dabei aber immer weiter zunimmt, stoßen Eltern mit ihrer Unterstützung hier oft an Grenzen.

2016 haben wir uns in Absprache mit der Lemgo Grundschule und der Albrecht-von-Graefe-Schule vor allem um die Sechst- und Siebtklässler gekümmert. Dabei ist uns auch der enge Kontakt mit den Klassenlehrer*innen wichtig. Diese Vorgehensweise wollen wir in diesem Jahr weiter ausbauen.

Außerdem werden wir uns weiter sehr aktiv dafür einsetzen, dass die verschiedenen Institutionen und Bildungsakteure enger zusammenarbeiten. Wir sind überzeugt, dass Bildung eine Gemeinschaftsaufgabe ist. Es gibt zahlreiche Initiativen und Projekte, die sich um Schulen herum aufgestellt haben, um für mehr Bildungsgerechtigkeit zu sorgen. Sie tun dies auf dem Gebiet der Gewaltprävention, der Kunst, in Theaterprojekten, Kochkursen, mit Mentoring- und Patenprogrammen, mit Sport- und Freizeitangeboten. Um all diese wertvollen Beiträge zu bündeln und die Kommunikation zwischen schulischen und außerschulischen Akteuren zu verbessern, arbeiten wir aktiv am Aufbau eines Bildungsnetzwerks für den Graefekiez.

(Fort-)Bildung auch für die elhana Lernpaten

Für unsere Lernpat*innen haben wir 2016 zwei Workshops angeboten. Im März leitete die Sozialpädagogin Judith Rieger eine Fortbildung zum Thema Elternzusammenarbeit. Und zum Jahresende konnten die Lernpat*innen an einem Lernförderungs-Workshop teilnehmen, welcher von der Lerntherapeutin Dr. Verena Dreißig durchgeführt wurde. Aktuell arbeiten wir außerdem an einem Handbuch, das Orientierung und praktische Hilfestellungen für unsere Freiwilligen bieten soll.

Fortbildung mit Judith Rieger

Fortbildung bei elhana mit Judith Rieger

Aber auch das elhana-Team hat sich weitergebildet: Um neue Ideen zu spinnen und die Zukunft des Vereins zu planen, haben wir einen sehr spannenden Design-Thinking-Workshop unter der Leitung von Sophie Krebs absolviert. Besonders wichtig waren uns dabei die Zusammenarbeit mit den Eltern sowie die Begleitung und Beratung der Lernpat*innen. Auch in diesem Jahr werden wir besonderen Wert darauf legen, die Eltern unserer Patenkinder einzubeziehen, sie zu ihren Erfahrungen und Ideen zu befragen und daraus zu lernen.

elhana und die Welt

Das Jahr 2016 war in vielerlei Hinsicht ein schwieriges. Das Weltgeschehen beschäftigte auch unsere Kids und Jugendlichen im Graefekiez stark, vor allem, wie sich das Thema „Flüchtlinge“ entwickelte. Hier gab es viel Gesprächsbedarf und schöne Momente. So verpasste zum Beispiel eine ganze Gruppe von Kindern der Lemgo Grundschule den Unterrichtsbeginn, weil sie in den Willkommensklassen unbedingt mit ihren Arabischkenntnissen helfen wollten. Vielen Kindern wird jetzt bewusst, dass auch ihre Familien eine Fluchtgeschichte haben und sie setzen sich damit auseinander. Unsere Lernpat*innen sind hierbei oft wichtige Ansprechpartner, mit denen die Kinder und Jugendlichen sich dazu austauschen können.

Auch elhana konnte einen Beitrag für junge Flüchtlinge leisten, indem wir sie bzw. ihren Vormund zum Berliner Schulsystem berieten und so dabei halfen, eine geeignete Schullaufbahn einzuschlagen. Ein großer Dank geht dabei an Wassim, der uns bei den Gesprächen als Übersetzer geholfen hat. Wir können uns vorstellen, künftig Lernpatenschaften auch an junge Flüchtlinge zu vermitteln, unser Hauptaugenmerk gilt aber weiter den Kindern und Jugendlichen, die schon schon länger hier leben.

Das elhana-Team und die Unterstützer

Auch in unserem Team gab es 2016 einige Veränderungen. Neu dazu gekommen sind im letzten Jahr Katharina Olschenka, Jannika Fandrich, Kathrin Amthor und Lydia Skrabania. Im Sommer stieg Luise Rex aus familiären Gründen aus. Luise hat elhana um entscheidende Schritte vorwärts gebracht und war als Geschäftsführerin maßgeblich an der Professionalisierung der Strukturen beteiligt. Tina Reiß und Felix Mayer, die über viele Jahre die Projektverantwortlichen für elhana waren, haben sich nicht zuletzt aufgrund dieser Erfahrungen dazu entschieden, Lehrer zu werden. Sowohl Tina als auch Felix haben ihren Schuldienst angetreten und bleiben uns als Freunde und beratende Experten erhalten. Aino Hagenaars ist mit einem Stipendium nach Paris gegangen. Amelie Wolf ging zur Deutschlandstiftung Integration, bleibt uns aber als Lernpatin erhalten. Marie Jünemann vertieft künftig ihren Schwerpunkt Umweltschutz und Klima. Dank Marie und unserem Lernpaten Patrick Blank ist ein kleiner, feiner Film entstanden, der – wie wir finden – sehr gut darstellt, was elhana ausmacht und vor allem wie großartig das Engagement der vielen Lernpat*innen ist.

Alle unsere Mitarbeiter*innen haben wertvolle Akzente gesetzt. Wir möchten allen, die uns unterstützen und unterstützt haben, an dieser Stelle noch einmal sehr herzlich danken!

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