Von kleinen und großen Eulen: Ein Blick zurück auf 2017

Beim Graefe-Sommerfest im letzten Jahr wurden von den Kindern im Kiez viele kleine Eulen gebastelt.

Das vergangene Jahr war für elhana sehr ereignisreich und hat viele wunderbare Momente und auch einige Veränderungen mit sich gebracht. Das möchten wir zum Anlass nehmen, um einen Blick zurück auf 2017 zu werfen und unsere Höhepunkte und Erfolgserlebnisse mit euch zu teilen.

Zuerst einmal ein paar Zahlen: Über das Jahr hinweg haben wir rund 60 Lernpatenschaften betreut und insgesamt 20 neue Patenschaften neu vermittelt. Dass sich so viele Menschen ehrenamtlich engagieren, um Kinder und Jugendliche beim Lernen (und auch darüber hinaus) zu unterstützen, bestärkt uns natürlich sehr in unserer Arbeit!

Natürlich ist die Anzahl der Patenschaften, die von uns vermittelt und betreut wurden, erst einmal nur ein numerischer Fakt. Deshalb wollen wir euch auch an den kleinen und großen Erfolgsgeschichten unserer Lernpat*innen und ihrer Patenkinder teilhaben lassen.

Kleine Eulen auf Kurs

Dass eine Lernpatenschaft mehr bedeutet, als nur Nachhilfe, kann man sehr gut bei Kassim und Saskia sehen. Bis zum vergangenen Frühjahr war Saskia Kassims Lernpatin, konnte das gemeinsame Lernen aber nicht weiterführen, da sie ein Kind bekommen hat. (Noch einmal Glückwunsch an dieser Stelle!) Daraufhin hat Kassim, der gerade einmal in die vierte Klasse geht, selbstständig den Kontakt mit dem elhana-Team aufgenommen und für sich und seinen jüngeren Bruder Kemel (3. Klasse) eine neue Lernpatenschaft gesucht. Mit Erfolg: Inzwischen haben beide Jungs jeweils eine engagierte Studentin beim Lernen an der Seite, Laura und Julia. Und noch immer besucht Saskia die Familie von Kassim – jetzt zusammen mit ihrem Nachwuchs.

Auch bei Katharina geht die Lernpatenschaft mit Jinan weit über Schule und Hausaufgaben hinaus: Sie wurde direkt sehr herzlich in die Familie aufgenommen und zum Essen eingeladen. (Laut Katharina übrigens die besten Falafel ihres Lebens!) Schon nach den ersten Wochen konnte Jinan mit Katharinas Unterstützung erste Lernerfolge erzielen – und es geht Schritt für Schritt voran. Und dabei hilft bestimmt, dass die Schule bei der Lernpatenschaft nicht immer hundertprozentig im Vordergrund steht. Zur Weihnachtszeit haben sich die beiden zum Beispiel zusammen als Plätzchen-Bäckerinnen betätigt. Und vielleicht folgt Katharina ja sogar der Einladung der Familie in den Libanon…

Anna (11. Klasse) hatte es nicht immer ganz leicht mit ihrem MSA. Zum Glück hatte sie dabei Bodo als Lernpaten an ihrer Seite. Bodo hat Schiffs- und Meerestechnik an der TU studiert und konnte Anna deshalb vor allem sehr gut in den Naturwissenschaften und in Mathe unterstützen. Und es hat geklappt! Anna hat ihr MSA in der Tasche und strebt jetzt ihr Abitur an. Leider ohne Bodo, denn er hat inzwischen sein Studium abgeschlossen und Berlin in Richtung Norddeutschland verlassen. Aber Anna hat schon eine neue Stütze: Seit Herbst 2017 lernt sie mit Kerstin, die im Auswärtigen Amt arbeitet. Besonders toll an dieser Lernpatenschaft: Kerstin war zwei Jahre lang in Frankreich und ist deshalb vor allem beim Pauken für Französisch eine große Hilfe. Wir drücken die Daumen, dass es mit dem Abi klappt!

Ein Handbuch und ein Get-together für die großen Eulen

Einige unserer Ehrenamtlichen bringen bereits pädagogische Erfahrungen und Kenntnisse mit in die Lernpatenschaft, weil sie zum Beispiel Lehrer*innen sind oder Lehramt studieren. Andere kommen aus ganz anderen Bereichen. In jedem Fall ist eine Lernpatenschaft aber immer eine sehr individuelle Angelegenheit. Deshalb haben wir im vergangenen Frühjahr ein kleines Handbuch für unsere Lernpat*innen entwickelt, das als Orientierungshilfe für den Start und als Wegweiser für die Lernpatenschaft dienen soll. Darin stellen wir den Graefe-Kiez und seine Schulen vor, skizzieren das Berliner Schulsystem sowie die verschiedenen Schulabschlüsse und zeigen, wie man Schulprobleme wie einen Tadel angehen kann.

Das Handbuch kann hier heruntergeladen werden. Aber vielleicht sieht es in ein paar Monaten schon wieder ganz anders aus, denn wir sehen es als fortlaufendes Projekt, das wir kontinuierlich erweitern wollen – um hilfreiche Tipps und Ratschläge, um schöne Anekdoten und Hilfestellungen. Bist du Lernpat*in und hast Tipps oder Erfahrungen, an denen du andere Ehrenamtliche teilhaben lassen möchtest? Oder du bist Pädagog*in und kannst wertvolles Wissen zu interkulturellem Lernen oder Lernmotivation teilen? Oder du hast ganz andere Vorschläge und Wünsche, welche Themen wir unbedingt in unser Handbuch aufnehmen sollten? Dann melde dich sehr gerne bei uns.

Bei einem Netzwerktreffen auf der Dachterrasse haben wir unser Handbuch vorgestellt.

Natürlich haben wir auch die Gelegenheit genutzt und uns direktes Feedback eingeholt: Im Juni haben wir ein Netzwerktreffen mit interessierten Lernpat*innen organisiert und uns bei schönstem Sonnenschein auf der Dachterrasse unseres alten Büros zusammengesetzt. Dabei haben wir nicht nur unser Handbuch vorgestellt, sondern auch inhaltliche Wünsche und Anregungen zu künftigen Workshops gesammelt, bei denen sich unsere Freiwilligen weiterbilden können. Und natürlich war dabei besonders schön, dass sich die Lernpat*innen untereinander kennenlernen und austauschen konnten.

Ein neues Büro und eine Projektförderung  für elhana

Künftige Netzwerktreffen werden leider nicht mehr auf der Dachterrasse in der Urbanstraße stattfinden können. Das ist die schlechte Nachricht. Aber dafür müssen alle, die das elhana-Team besuchen wollen, auch nicht mehr die Treppen bis ganz nach oben steigen – denn wir sind umgezogen! Aber wir bleiben natürlich in der Nachbarschaft: Das neue Büro liegt direkt um die Ecke, in den Räumen des Türkischen Frauenvereins Berlin, in der Jahnstraße 3. Kommt gerne zu den offenen Sprechzeiten am Montag und Donnerstag, jeweils von 17 bis 18:30 Uhr, vorbei oder vereinbart mit uns per E-Mail einen individuellen Termin.

Hier findet ihr uns jetzt:

Das letzte Jahr ging aber nicht nur mit dem Umzug in unser neues Büro zu Ende, was an sich aufregend genug gewesen wäre. Bis zum 31. Dezember um Punkt Mitternacht hieß es für uns: Daumen drücken und Mitfiebern. Denn wir hatten uns bei Quartiermeister um eine Projektförderung beworben – und wurden nominiert! Bis zum Jahresende konnte von Kiezbewohnern abgestimmt werden, welches Projekt die Förderung bekommen sollte. Und wir haben es geschafft! Künftig können wir aus diesem Fördertopf unseren Freiwilligen und ihren Patenkindern ein Budget für kulturelle Unternehmungen, z.B. Museumsbesuche, Ausflüge zu Ausstellungen oder für Theatervorstellungen, zur Verfügung stellen. Denn wir sind überzeugt, dass auch der Austausch auch abseits schulischer Inhalte enorm wichtig ist. Da für viele unserer Schützlinge der Zugang zu kulturellen Angeboten leider eingeschränkt und ihre gesellschaftliche Teilhabe auf dieser Ebene begrenzt ist, wollen wir sie hier künftig gerne unterstützen!

Wir sagen Danke!

Damit geht natürlich ein großes Dankeschön an alle aus dem Kiez, die uns beim Voting ihre Stimme gegeben haben. Wir danken auch unseren Kooperationspartner sehr herzlich für die große Unterstützung und die sehr gute Zusammenarbeit im vergangenen Jahr.

Bild: Daniel Zimmel (CC BY-NC-SA 2.0)

Und natürlich bedanken wir uns bei all unseren Spendern von Herzen für ihre Unterstützung! Jede Spende hilft uns sehr dabei, Kinder und Jugendliche aus sozial benachteiligten Familien im Dütti-Kiez und Umgebung gezielt zu fördern und damit Chancengerechtigkeit zu ermöglichen. Und nicht zuletzt geht ein riesiger Dank des Teams an alle Freiwilligen: Sie sind das Herz von elhana. Ohne ihr großes Engagement wäre unsere Arbeit nicht möglich.

Danke! Danke! Danke

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