Heute im Interview: Jannika!

Antonie: Erzähl mir doch zunächst etwas über deine Arbeit bei Elhana und das Projekt allgemein. 

Jannika: Ich bin seit 2016 bei Elhana im Freiwilligenmanagement. Ich habe gleich damit gestartet Familien und Lernpaten kennenzulernenPatenschaften zu vermitteln und Austauschtreffen zu organisieren. Zudem habe ich damals noch viel an der Datenbank, die wir für elhana entwickelt haben, gearbeitet. Was ich auch mache ist die Evaluation unserer Arbeit und Kleinigkeiten wie z.B. Antragstellungen und Teammeetings. 

Antonie: Wie bist du zu Elhana gekommen und warum wolltest du dich ehrenamtlich engagieren?

Jannika: Ich habe transkulturelle Kommunikation im Bachelor studiert und in diesem Studium Türkisch gelernt. Ich dachte vielleicht hilft es wenn, jemand mit im Team ist der ebenfalls die Sprache spricht und das ist auch so, denn viele Familien sprechen kein Deutsch. Früher war meine Motivation so etwas wie Migrationsbeauftragte in Berlin zu werden. Das ist natürlich weit hergeholt aber ich dachte ich fange erst einmal klein an und helfe in den Familien.

Antonie: Was würdest du sagen ist das Besondere an der Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen aus der Werner-Düttmann-Siedlung?

Jannika: Ich glaube diese Dankbarkeit, die du von allen Seiten mitbekommst ist ein großer Mehrwert. Die Familien sind sehr dankbar das jemand kommt und ihnen hilft und die Lernpaten sind auch voll dankbar, dass die dort sehen das jemand ihre Hilfe braucht.

Antonie: Hast du einen persönlichen Bezug zum Kiez?

Jannika: Ich habe zwischen 14 und 20 in einem ähnlichen Kiez in Neukölln gewohnt. Viele Menschen haben dort von Harz4 und mit wenig Zugang zu Bildung gelebt, sehr ähnlich wie in der Düttmann-Siedlung. Das ist so mein persönlicher Bezug, wenn auch nicht direkt.

Antonie: Dann erzähl uns doch einmal so ein bisschen etwas von deinem Arbeitsalltag bei Elhana, was machst du da konkret? Mit welchen Fragen wendet man sich am besten an dich?

Jannika: Konkret meine Aufgaben sind E-Mails checken, viel organisatorisch und koordinatorisch tätig werden. Ich schaue wer sich bei uns vorstellen möchte und wen man mit wem matchen kann. Dafür haben wir eigentlich die Datenbank entwickelt, aber so richtig funktioniert dieser Algorithmus nicht, bzw. ohne uns geht es nicht. Die macht einem zwar Vorschläge, die sind basierend auf „Schüler sucht Nachhilfe in Mathe; Lernpate kann Mathe gut“ aber dann passen drei andere Kriterien nicht. Diese Matches zu machen ist die Hauptaufgabe und ich bin natürlich auch im Nachhinein ansprechbar, protokolliere alles, stelle Zeugnisse aus, halte unsere Sprechstunden ab und bin natürlich in unseren Teammeetings. 

Antonie: Was würdest du machen, wenn du mehr Zeit für Elhana hättest? Was sind deine utopischen Visionen für Elhana?

 Jannika: Utopischerweise würde ich diese ganzen Kinder aus dem Kiez mehr mit Tieren und Natur zusammen bringen wollen, ich glaube da haben die alle einen Mangel. 

Antonie: Und wie sieht es auch mit Dingen die nicht utopisch sind, Sachen die du in Zukunft umsetzen möchtest?

Jannika:  Auf jeden Fall mehr Austauschtreffen! Das ist ja auch einer der großen Wünsche der ganzen Lernpat*innen und ich denke das sollten wir auch umsetzen. Nicht nur einmal im Jahr. Wenn wir regelmäßige Austauschtreffen haben können wir bewirken, dass die Leute sich verantwortlich fühlen. 

Antonie: Was würdest du sagen, warum ist elhana ein gutes Projekt, oder was sind die Stärken?

Jannika: Elhana ist ein gutes Projekt weil es genau da ankommt, wo etwas fehlt. Man sendet nicht einfach nur Bücher oder so, sondern schießt genau da eine Lücke, wo noch etwas fehlt. 

Antonie: Und was sind Schwächen und Dinge die man vielleicht noch verbessern sollte?

Jannika: Auf jeden Fall die kapazitäre Auslastung. Ich glaube wir haben alle zu wenig Stunden und können deshalb auch viel zu wenig für Familien und Lernpaten da sein für.

Antonie: Denkst du das es durch diese Patenschaften einen Mehrwert für den Kiez und die Gesellschaft allgemein gibt und wenn ja welchen? 

Jannika: Wenn da jemand in eine Familie kommt, nur für ein Kind das sonst vielleicht nicht oft eine persönliche Betreuung bekommt, dann ist das einen krassen Schub für das Selbstbewusstsein! Sich selbst wertschätzen ist wichtig für die Gesellschaft und so lernen sie, dass sie etwas wert sind und das ihre Wünsche ernst genommen werden.

Antonie: Dann kommen wir jetzt zur letzten Frage: Was war dein Lieblings Elhana-Moment?

Jannika: Ich glaube es gib zwei. Wir hatten mal einen kleinen Abschluss mit dieser Datenbank. Da waren der Professor, die ganzen Entwickler von der Beuth Hochschule und das Elhana Team essen. Vorher gab es eine kleine Präsentation. Der Moment war sehr schön, weil man sehen konnte, dass die ganze Arbeit sich gelohnt hat und das etwas dabei rausgekommen ist. Das zweite war die Geschichte einer Lernpatin, sie hat uns erzählt, dass ihre Paten-Schülerin nach 10 Jahren Patenschaft ihr Abitur bestanden hat und sich jetzt für die Uni bewirbt. Die 10 Jahre haben sich voll ausgezahlt!

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